7 Schwerter

Sieben der Schwerter

Die Sieben der Schwerter zeigt einen jungen Mann, der sich auf Zehenspitzen von einem Zeltlager entfernt. In seinen Armen trägt er fünf Schwerter, während zwei weitere aufrecht im Boden zurückbleiben. Seine gesamte Haltung vermittelt Heimlichkeit: Er geht nicht offen und selbstverständlich davon, sondern schleicht sich fort und blickt dabei zurück.

Dieser Blick ist besonders auffällig. Er richtet sich in die Richtung der beiden verbliebenen Schwerter. Dadurch entsteht nicht unbedingt der Eindruck, dass er bewusst entschieden hätte, diese beiden zurückzulassen. Vielmehr scheint er mit fünf Schwertern schlicht so viel zu tragen, wie er auf einmal bewältigen kann. Die beiden anderen bleiben weiterhin in seiner Aufmerksamkeit. Es wirkt, als könnte er vorhaben, auch sie noch zu holen.

Die großen Zelte im Hintergrund lassen die Szene wie ein Lager erscheinen. Der Mann nimmt die Schwerter von dort fort. Seine heimliche Bewegung vermittelt dabei den Eindruck, dass sie nicht selbstverständlich ihm gehören. Die Bildhandlung trägt deshalb deutlich den Charakter eines Diebstahls oder zumindest einer heimlichen Aneignung.

Gleichzeitig geschieht dadurch noch etwas anderes: Er entwaffnet diejenigen, denen er die Schwerter wegnimmt. Er tritt ihnen nicht offen im Kampf gegenüber. Stattdessen verschafft er sich einen Vorteil, indem er ihnen ihre Waffen nimmt, während eine unmittelbare Auseinandersetzung vermieden wird.

Darin liegt die Gerissenheit dieser Karte. Der Mann erreicht sein Ziel nicht durch offene Konfrontation oder Stärke, sondern durch Geschick, Heimlichkeit und einen indirekten Weg.

Auf der symbolischen Ebene stehen die Schwerter für Geist, Gedanken, Vorstellungen, Erkenntnisse und geistige Mittel. Das Geschehen lässt sich deshalb auch auf die Ebene des Verstandes übertragen. Der Mann eignet sich geistige Mittel an, die ihm zur Verfügung stehen beziehungsweise die er bei anderen findet: Gedanken, Wissen, Erkenntnisse oder Argumente.

Besonders interessant ist dabei das Motiv des Entwaffnens. Auch auf geistiger Ebene kann man jemanden entwaffnen. Wer die Gedanken und Argumente seines Gegenübers erkennt, aufgreift und für sich verwendet, kann ihm damit einen entscheidenden Vorteil nehmen. Der Verstand muss dafür nicht frontal kämpfen. Er beobachtet, erkennt eine Gelegenheit und versteht es, sie für sich zu nutzen.

Die Zahl Sieben zeigt innerhalb der Schwertreihe eine bereits fortgeschrittene Entwicklung des geistigen Elements. Der Verstand wird nicht mehr nur entdeckt oder unmittelbar eingesetzt. Er versteht zunehmend, wie er sich geschickt und indirekt Vorteile verschaffen kann.

Die Sieben der Schwerter zeigt die Gerissenheit des Verstandes. Sie steht für die Fähigkeit, sich Gedanken, Wissen oder Argumente geschickt anzueignen und dadurch einen geistigen Vorteil zu gewinnen. Statt die offene Konfrontation zu suchen, findet der Geist einen indirekten Weg – und kann sein Gegenüber dabei im übertragenen Sinne entwaffnen.

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