Zehn der Kelche
Die Zehn der Kelche zeigt ein ausgesprochen freudiges und erfülltes Bild. Eine Familie steht auf festem Boden und blickt hinaus in eine grüne, fruchtbare Landschaft. Vor ihr liegen Bäume, ein Fluss und ein Haus. Alles wirkt lebendig, friedlich und bereit, bewohnt und gestaltet zu werden.
Im Vordergrund stehen Mann und Frau eng beieinander. Der Mann umfasst die Frau an der Taille, während beide ihre Arme weit nach oben öffnen. Ihre Blicke richten sich dabei nicht auf die Kelche über ihnen, sondern hinaus in die Landschaft. Ihre Haltung wirkt wie eine gemeinsame Geste des Zeigens und Staunens: „Sieh nur – schau, wie schön!“
Darin liegen Freude und Erleichterung, aber auch das Bewusstsein, etwas erreicht zu haben. Das Haus steht, das Land liegt vor ihnen und wartet darauf, bewohnt, gestaltet und beackert zu werden. Sie betrachten nicht nur einen schönen Augenblick, sondern einen Lebensraum, der ihnen Möglichkeiten für das Kommende eröffnet.
Die beiden Kinder drücken dieselbe Freude auf ihre eigene Weise aus. Während die Erwachsenen betrachten und zeigen, tanzen die Kinder miteinander. Sie leben die Freude unmittelbar. Dadurch entsteht das Bild einer Zufriedenheit, die nicht nur einem Einzelnen gehört, sondern von der ganzen Familie getragen wird.
Über der Szene spannt sich ein Regenbogen mit zehn Kelchen. Die Menschen betrachten diese Kelche nicht. Sie befinden sich vielmehr unter ihnen, während sie ihr Leben und das Erreichte wahrnehmen. Die Kelche bilden damit eine übergeordnete Ebene der Karte. Als Symbol des Gefühls stehen sie für Freude, Zufriedenheit, emotionale Erfüllung und inneres Wohlbefinden.
Von besonderer Bedeutung ist die Zahl Zehn. Innerhalb der Entwicklung der Kleinen Arkana bildet sie den Abschluss einer Reihe. Die Entwicklung des Kelchelements ist an ihrem Ziel angekommen. Etwas wurde vollendet und kann nun in seiner Fülle erlebt werden.
Das zeigt sich unmittelbar in der Landschaft. Es geht nicht mehr darum, ein Haus erst zu errichten oder einen Ort zu suchen. Das Haus steht bereits. Der Boden ist vorhanden, die Landschaft ist grün, das Wasser fließt und die Familie ist zusammen. Was aufgebaut und erreicht wurde, kann jetzt gelebt werden.
Auch die auffälligen Farben der Kleidung unterstützen die Lebendigkeit der Szene. Besonders die rote Schärpe beziehungsweise Schleppe der Frau bringt Bewegung und Lebensenergie in das ansonsten ruhige und harmonische Landschaftsbild.
Die Zehn der Kelche zeigt damit einen Zustand des Angekommenseins. Eine Entwicklung ist zu einem erfüllenden Abschluss gelangt. Gleichzeitig bedeutet dieser Abschluss keinen Stillstand: Gerade weil das Wesentliche erreicht wurde, eröffnet sich nun der Raum, das Geschaffene zu genießen, zu bewohnen und weiter mit Leben zu erfüllen.
Die Zehn der Kelche steht für die Freude über das Erreichte. Das Haus steht, das Land liegt offen vor einem, die Menschen sind miteinander verbunden und die emotionale Entwicklung ist zur Erfüllung gelangt. Was geschaffen wurde, kann nun gemeinsam gelebt und mit Freude erfüllt werden.



