Die Siebenerlegung: Der Weg und das Ziel
Manche Fragen lassen sich nicht allein mit einem Ja oder Nein beantworten. Oft möchten wir wissen, wie sich eine Angelegenheit entwickeln kann, welche Herausforderungen auf dem Weg liegen und welches Ergebnis am Ende zu erwarten ist. Genau dafür eignet sich die Siebenerlegung „Der Weg und das Ziel“.
Diese Legung kann universell für alle Lebensbereiche eingesetzt werden – beispielsweise für Beruf, Selbstständigkeit, Finanzen, Beziehungen, Familie oder persönliche Vorhaben. Sie zeigt nicht nur das mögliche Ergebnis, sondern auch den Weg, der dorthin führt.
Welche Fragen kann die Siebenerlegung beantworten?
Die Legung eignet sich besonders für Fragen wie:
- Wie entwickelt sich diese Angelegenheit?
- Wie gestaltet sich der Weg?
- Mit welchen Schwierigkeiten muss ich rechnen?
- Welche Entscheidungen stehen an?
- Ist das angestrebte Ziel erreichbar?
- Ist das Ergebnis positiv?
- Sollte ich diesen Weg gehen?
- Bin ich bereit, den Weg für dieses Ergebnis auf mich zu nehmen?
Dabei ist wichtig: Ein gutes Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass auch der Weg dorthin leicht ist. Umgekehrt kann ein angenehmer Weg zu einem Ergebnis führen, das den eigenen Vorstellungen nicht entspricht. Die Siebenerlegung ermöglicht es, beide Bereiche getrennt zu betrachten.
Der Aufbau der Legung
Die Siebenerlegung besteht aus insgesamt sieben Karten:
- eine Themenkarte
- fünf Karten für den Weg
- eine Ergebniskarte
Die Themenkarte bildet den Rahmen der Legung. Sie zeigt, um welchen Lebensbereich oder welches konkrete Anliegen es geht. Bei einer beruflichen Frage könnte beispielsweise eine passende Karte für Arbeit oder Selbstständigkeit gewählt werden. Bei einer finanziellen Frage bildet eine entsprechende Finanzkarte den thematischen Rahmen.
Die Themenkarte wird nicht als Teil des Weges ausgewertet. Sie sorgt lediglich dafür, dass alle folgenden Karten konsequent auf das gewählte Thema bezogen werden.
Die nächsten fünf Karten beschreiben den Weg. Sie zeigen, wie sich die Angelegenheit entwickelt, welche Einflüsse aufeinanderfolgen und wo Chancen, Schwierigkeiten oder Entscheidungen liegen.
Die siebte Karte ist die Ergebniskarte. Sie zeigt das Ziel beziehungsweise den möglichen Ausgang der Entwicklung.
Der Weg und das Ergebnis werden getrennt bewertet
Nachdem alle Karten betrachtet wurden, wird zunächst der Weg als Ganzes beurteilt:
- Ist der Weg überwiegend positiv?
- Ist er klar und überschaubar?
- Wirkt er unsicher oder wechselhaft?
- Zeigt er Schwierigkeiten, Belastungen oder Verzögerungen?
- Gibt es einen Wendepunkt?
- Wird eine Entscheidung erforderlich?
- Verbessert oder verschlechtert sich die Entwicklung?
Anschließend wird die Ergebniskarte unabhängig davon bewertet:
- Ist das Ergebnis positiv oder negativ?
- Bringt es Stabilität, Erfolg oder Erfüllung?
- Entspricht dieses Ziel dem, was tatsächlich erreicht werden soll?
- Ist das Ergebnis die Anstrengungen des Weges wert?
Gerade die Trennung zwischen Weg und Ziel macht diese Legung so aufschlussreich.
Vier mögliche Grundtendenzen
Der Weg ist gut und das Ergebnis ist gut
Dies ist die günstigste Entwicklung. Der Weg zeigt unterstützende Einflüsse und führt zu einem positiven Ergebnis. Die Legung kann als deutliche Empfehlung verstanden werden, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen.
Der Weg ist gut, aber das Ergebnis ist ungünstig
Der Verlauf kann zunächst angenehm, leicht oder vielversprechend wirken. Trotzdem entspricht das Ergebnis möglicherweise nicht den eigenen Erwartungen. In diesem Fall sollte geprüft werden, ob das angestrebte Ziel wirklich das richtige ist.
Der Weg ist schwierig, aber das Ergebnis ist gut
Hier zeigt die Legung Hindernisse, Unsicherheiten, Belastungen oder notwendige Entscheidungen. Das Ziel selbst ist jedoch positiv. Daraus ergibt sich eine sehr persönliche Frage:
Bin ich bereit, diesen schwierigen Weg zu gehen, weil mir das Ergebnis wichtig genug ist?
Die Legung spricht nicht zwangsläufig gegen das Vorhaben. Sie macht aber deutlich, welchen Preis, welche Geduld oder welche Anstrengung der Weg verlangen kann.
Der Weg ist schwierig und das Ergebnis ist ungünstig
Wenn sowohl der Verlauf als auch die Ergebniskarte negativ ausfallen, spricht wenig dafür, den Weg unverändert weiterzugehen. Dann kann es sinnvoll sein, das Vorhaben zu überdenken, eine Alternative zu suchen oder zu einem späteren Zeitpunkt erneut auf die Situation zu schauen.
Ist ein holpriger Weg automatisch eine Warnung?
Nicht jede schwierige Karte bedeutet, dass ein Vorhaben aufgegeben werden sollte. Manche Karten weisen auf vorübergehende Unklarheiten, notwendige Prüfungen oder wichtige Entscheidungen hin. Entscheidend ist, wie sich der Weg weiterentwickelt und welche Ergebniskarte am Ende liegt.
Ein holpriger Weg mit einem stabilen und positiven Ergebnis kann durchaus eine Empfehlung sein. Die Karten zeigen dann jedoch ehrlich, dass das Ziel nicht ohne Herausforderungen erreicht wird.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
„Ist der Weg gut?“
Sondern auch:
„Ist das Ergebnis für mich so wertvoll, dass ich bereit bin, diesen Weg zu gehen?“
Die Siebenerlegung als Entscheidungshilfe
Die Siebenerlegung nimmt keine Entscheidung ab. Sie zeigt vielmehr, welche Entwicklung in einer Angelegenheit angelegt sein kann. Dadurch wird sichtbar, wo Sicherheit besteht, wo Vorsicht notwendig ist und an welcher Stelle eine bewusste Entscheidung getroffen werden muss.
Ihr besonderer Wert liegt darin, Weg und Ziel nicht miteinander zu verwechseln. Ein positives Ziel kann einen schwierigen Weg rechtfertigen – aber nur dann, wenn man bereit ist, die damit verbundenen Herausforderungen anzunehmen.
So wird die Siebenerlegung zu einer wertvollen Orientierungshilfe: Sie zeigt das Thema, macht den Verlauf verständlich und gibt einen Ausblick auf das mögliche Ergebnis.



